Spotify vs. Simfy – zwei Musikstreamingdienste im Vergleich

Der technische Fortschritt hat uns in das Zeitalter der Cloud gebracht. Fotos, Dokumente und Video’s muss man heutzutage nicht mehr auf lokalen Medien speichern. Seit einiger Zeit gibt es sogar legale Wege, Musik auf den Rechner, Tablet oder das Smartphone gestreamt zu bekommen, wodurch man nicht einmal mehr lokale Medien benötigt, um Musik zu speichern. Das ganze kann man dann noch in Playlisten ala iTunes organisieren und kann diese Musik sogar offline für unterwegs verfügbar machen und das ganze zu einem fairen Preis.

Ich habe mich mit zwei Musikstreamingdiensten befasst. Simfy, welchen es schon etwas länger auf dem deutschen Markt gibt, und Spotify, welcher seit Anfang März in Deutschland verfügbar ist. Beide Dienste verfügen über mehr als 16 Mio Songs und täglich kommen viele hinzu. Ich habe mir beide Dienste aus der Sicht eines Multiplattform-Users angeschaut, also als Nutzer, der mehrere Betriebssysteme nutzt.

Wie funktionieren Musikstreamingdienste?

Man stelle sich eine große Datenbank mit Musik vor, also eine Jukebox in moderner Form, auf die man weltweit Zugriff mittels des Internets hat. Bei Diensten wie Simfy und Spotify benötigt man ein Nutzer-Account, wobei bei Spotify ein Facebook Account zum Anmelden zwingend erforderlich ist, was ich persönlich nicht gut finde, da dieser Dienst damit quasi für all diejenigen, die Facebook verweigern, außen vor ist.

Sobald ein Account vorhanden ist und man beim Dienst angemeldet ist, geht es bei beiden direkt los. Man kann nach Musik suchen und sich diese auf den Rechner, das Tablet oder das Smartphone streamen lassen. Es bleibt zu sagen, dass das Streamen von Musik große Datentransfers mit sich bringen und Nutzer von Smartphones & Tablets mit einer Datenflatrate seitens des Mobilfunkanbieters prüfen sollten, ob diese begrenzt sind und eventuell höhere Kosten beim Übersteigen der Limits anfallen.

Songs und auch ganze Alben lassen sich bei beiden Diensten als Favoriten speichern oder in Playlisten organisieren. Bei Spotify lassen sich die Playlisten von Freunden (Facebook-Freunden) durchstöbern, sofern diese auch Spotify nutzen. Dies ist eine ziemlich coole Sache muss ich sagen, da bei über 16 Mio. Songs man doch seine Zeit benötigt, um die coolsten Titel zu finden. Da ist es doch sehr praktisch, einmal einen Blick in die Listen der Freunde zu werfen.

Simfy sowie auch Spotify bieten eine Chartfunktion an, welche anzeigt, welche Musik zur Zeit bei Freunden und auch bei allen Nutzern in ist. Ebenso gibt es eine Übersicht für beliebte Playlisten (auch Simfy bietet das Teilen von Playlisten an). Nach meinem Geschmack, liegt Spotify bei dieser Funktion vorne, da durch die Facebook-Verknüpfung diese Funktion an Wert gewinnt und das Ganze auch etwas übersichtlicher in den Anwendungen dargestellt wird.

Die technische Seite

Wie ich schon Anfangs geschrieben habe, bewerte ich beide Dienste aus einer Multiplattform-User Sicht. An dieser Stelle kann ich schon einmal sagen, dass Spotify aus dieser Sicht Simfy weit voraus ist. Spotify hat zum Markteintritt in Deutschland Programme und Apps für so ziemlich alle gängigen Plattformen mitgebracht. Für den mobilen Einsatz ist Spotify als App für Android, iOS, Windows Phone 7, Symbian, Blackberry und Palm verfügbar. Für den Einsatz auf dem Notebook ist Spotify für Windows, Mac OS X und Linux verfügbar. Der Linuxplayer befindet sich jedoch noch in der Beta-Phase, wobei dieser ohne Probleme läuft.

Simfy hingegen ist da etwas im Rückstand. Für den mobilen Einsatz gibt es Apps lediglich für iOs, Android und Blackberry. Eine App für Windows Phone ist trotz steigender Nutzerzahlen und Anfragen nicht in Sicht. Für den Desktopeinsatz hat sich Simfy sogar zurückentwickelt. Der Simfyplayer basiert auf der Engine von AdobeAIR, man muss also zusätzlich AdobeAIR installieren, um den Player auf dem Desktop zum Laufen zu bringen. Dies alleine finde ich ist schon ein sehr großer Nachteil. Nun hat Adobe jedoch den Support von AdobeAIR für Linux eingestellt und somit ist Simfy nicht mehr für den Linux Desktop verfügbar, sondern nur noch für Windows und Mac OS X. Dies mag viele nicht stören, da die Anzahl der Linuxnutzer sehr gering ist, jedoch finde ich diese Abhängigkeit von einer anderen Software nicht gut. Würde Adobe noch den Support für Mac und Windows einstellen, würde der Player quasi garnicht mehr auf einem Desktop laufen. Als Alternative, auch für Linuxnutzer, bleibt somit nur noch der Webplayer, welcher jedoch im Vergleich zum Desktopplayer nicht sehr benutzerfreundlich ist. Der Desktopplayer von Spotify läuft ohne andere Software, quasi „stand-alone“ und somit auch flüssiger als der Simfyplayer.

Aufgrund der Tatsache, dass Spotify auf allen Systemen verfügbar ist, würde ich mich ganz klar dafür entscheiden. Jedoch ist für viele Nutzer auch der Preis eines Dienstes ausschlaggebend, da der Großteil der Nutzer sicherlich als Betriebssystem Windows hat und ein iPhone oder einen Androiden benutzt.

Was Simfy & Spotify kosten!

In der Grundversion sind beide Dienste kostenlos. Jedoch kann man beide Dienste in der kostenlosen Version nur auf dem Desktop nutzen und nicht auf dem Tablet oder Smartphone. Desweiteren wird bei beiden Werbung in der kostenlosen Version eingespielt.

Die Premiumversion kosten bei Spotify 9,99 EUR im Monat, bei Simfy 6,99 EUR im Monat. Bei beiden Premiumdiensten lassen sich die Apps auf dem Tablet oder Smartphone nutzen und sind werbefrei. Des weiteren lassen sich Playlisten offline speichern. Bei Spotify gibt es auch noch das Paket „Unlimited“, welches die Musik auf dem Desktop werbefrei macht.

Mein Fazit

Beide Dienste machen Spass. Wer auf die Kosten achtet und eh ein Windows PC und ein iPhone oder Androiden nutzt, für den ist Simfy sicherlich der richtige Dienst. Außerdem handelt es sich bei Simfy um ein deutsches Startup Unternehmen, wohingegen Spotify bekanntlich nicht aus Deutschland kommt. Warum also nicht Deutsche Firmen unterstützen! Wer jedoch einen Dienst auf allen gängigen Systemen nutzen möchte, sollte Spotify nutzen. Die Funktion Musik mit Freunden zu teilen, bzw. sich die Playlisten von Facebook-Freunden anzuhören macht den Dienst sehr attraktiv. Für mich sind diese beiden Punkte der Grund, warum ich mich trotz des höheren Preises für Spotify entscheiden würde.

Damit Simfy nicht im nirgendwo verschwindet, wie meinVZ zum Markteintritt von Facebook in Deutschland, muss man sich bei diesem StartUp noch etwas einfallen lassen und die fehlende Unterstützung anderer Systeme nachliefern. Jedoch glaube ich, dass dies irgendwann der Fall sein wird.

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